In fast zwei von drei Stellenanzeigen für den Vertriebsinnendienst geht es um Aufträge, in einer von hundert um KI. Gesucht wird meist jemand mit Erfahrung, für Arbeit, die zu einem grossen Teil Routine ist, und viele dieser Stellen bleiben lange offen.
Das zeigen 5.225 Anzeigen aus Deutschland und der Schweiz, die wir am 29. Oktober 2026 aus zwei öffentlichen Jobbörsen geholt haben. 5.199 davon haben wir im Volltext ausgewertet. Hier stehen die Zahlen, wie wir gezählt haben und was das für Innendienstleiter heisst.
Aufgaben im Vertriebsinnendienst: was in den Anzeigen steht
Die häufigsten Aufgaben sind Aufträge, Angebote, Telefon und Kundenberatung. Was dahinter kommt, ist zum grössten Teil Arbeit rund um das Postfach: Korrespondenz, Reklamationen, Liefertermine, Preise.
Gut zu wissen Die 63 % zählen erfassen, bearbeiten und abwickeln zusammen. Das Wort „Auftragserfassung“ selbst steht nur in rund 7 % der Anzeigen, „Auftragsabwicklung“ oder „Auftragsbearbeitung“ in 47 %.
Bei den Werkzeugen führen Excel und Office (58 %). Ein anderes ERP oder eine Warenwirtschaft nennen 31 %, SAP 15 %, Microsoft Dynamics oder Navision 4 %. Ein CRM nennen 16 %.
Gesucht wird Erfahrung
71 % der Anzeigen fragen nach Berufserfahrung, offen für Quereinsteiger sind in Deutschland nur 12 %. Gleichzeitig ist jede dritte deutsche Anzeige seit über 90 Tagen online.
Die 71 % zählen jede Nennung, auch „von Vorteil“ oder „idealerweise“. Wie viele Anzeigen Erfahrung zwingend verlangen, lässt sich aus dem Text nicht sauber trennen. Nach unserer Schätzung ist es gut die Hälfte. 35 % der deutschen Anzeigen laufen über Personalvermittler oder Zeitarbeit.
Gesucht wird also meist dasselbe Profil: kaufmännisch ausgebildet und erfahren. Ob die Stellen deshalb lange offen bleiben, zeigen die Daten nicht. Sie zeigen aber, dass nur jede dritte Anzeige eine Einarbeitung verspricht.
KI kommt in den Anzeigen kaum vor
Nur 56 von 5.199 Anzeigen erwähnen KI im Bezug auf die Stelle, also rund eine von hundert. Von den 3.268 Anzeigen, in denen es um Aufträge geht, erwähnen 3.208 KI überhaupt nicht.
Die Suche nach KI, AI, ChatGPT und Copilot fand 98 Treffer. Wir haben alle von Hand geprüft: 35 standen in der Firmenbeschreibung, etwa bei IT-Dienstleistern oder Herstellern von KI-Hardware. 7 waren Fehltreffer, etwa „ai“ in einem italienischen Text. 56 gehören wirklich zur Stelle. So klingt das:
- „Offenheit für KI-Tools“
- „Umgang mit Microsoft Copilot“
- „Weiterentwicklung KI-gestützter Prozesse in der Auftragssachbearbeitung“
- „keine Berührungsängste mit KI“
Digitalisierung nennen 14 % der Anzeigen, Automatisierung 2 %. Die Anzeigen beschreiben die Arbeit im Innendienst also mit Excel, Telefon und viel Erfahrung, kaum mit KI.
Deutschland und die Schweiz im Vergleich
Schweizer Anzeigen nennen häufiger Telefon und Fremdsprachen, deutsche häufiger E-Mail und Korrespondenz. Die Kernaufgabe ist in beiden Ländern dieselbe: Aufträge.
| Was | Deutschland | Schweiz |
|---|---|---|
| Anzeigen | 4.787 | 438 (letzte 60 Tage, deutschsprachig) |
| Aufträge erfassen, bearbeiten, abwickeln | 63 % | 66 % |
| Telefon | 47 % | 56 % |
| E-Mail und Korrespondenz | 37 % | 22 % |
| Französisch | 2 % | 39 % |
| Belastbarkeit oder Stressresistenz | 7 % | 27 % |
| Sagen eine Einarbeitung zu | 35 % | 15 % |
| Bieten Weiterbildung an | 41 % | 55 % |
Die meisten Anzeigen in Deutschland stehen in Nordrhein-Westfalen (954), Bayern (866) und Baden-Württemberg (839). In der Schweiz führen Zürich (89), Bern (77) und Aargau (77).
Was das für Innendienstleiter heisst
Wer heute eine Stelle im Innendienst ausschreibt, sucht dasselbe Profil wie fast alle anderen. Drei Dinge helfen, ohne dass Sie länger suchen müssen.
- Die Stelle zerlegen, bevor Sie sie ausschreiben. Welche Aufgaben sind Routine, etwa Aufträge erfassen, Liefertermine nachfragen, Standardanfragen beantworten? Welche brauchen Urteil, etwa Beratung, Reklamationen und Sonderfälle? Wer die Routine abgibt, kann auch Quereinsteiger einstellen.
- Die Anzeige abheben. Nur 23 % nennen ein Gehalt, nur 33 % versprechen eine Einarbeitung, nur 12 % sind offen für Quereinsteiger. Jeder dieser Punkte unterscheidet Ihre Anzeige von den meisten anderen.
- Das Wissen sichern. Wenn Erfahrung knapp ist, ist das Wissen der erfahrenen Kolleginnen und Kollegen das Wertvollste im Team. Halten Sie fest, was sie über Kunden wissen, bevor jemand geht.
Die Routine im Postfach, also Aufträge, Terminfragen und Standardantworten, kann heute eine KI im Team-Postfach (öffnet in neuem Tab) vorbereiten.
So haben wir gezählt
Häufige Fragen
Was sind die Aufgaben im Vertriebsinnendienst?
In den Stellenanzeigen stehen vor allem Aufträge erfassen, bearbeiten und abwickeln (63 %), Angebote erstellen (52 %), Telefon (48 %) und Kundenberatung (45 %). Dazu kommen Korrespondenz, Versand, Reklamationen, Rechnungen und Liefertermine.
Wie lange sind Stellen im Vertriebsinnendienst offen?
In Deutschland ist die Hälfte der Anzeigen länger als 45 Tage online, jede dritte seit über 90 Tagen. Die Dauer zählt ab der ersten Veröffentlichung der Anzeige.
Wird im Vertriebsinnendienst KI verlangt?
Kaum. Nur 56 von 5.199 Anzeigen erwähnen KI im Bezug auf die Stelle, rund eine von hundert. Die Beispiele reichen von „Offenheit für KI-Tools“ bis zum „Umgang mit Microsoft Copilot“.
Braucht man für den Vertriebsinnendienst Berufserfahrung?
71 % der Anzeigen fragen danach, viele davon als „von Vorteil“. Offen für Quereinsteiger sind in Deutschland 12 % der Anzeigen.
Quellen
- Jobbörse (öffnet in neuem Tab), Bundesagentur für Arbeit (abgerufen am )
- job-room.ch (öffnet in neuem Tab), Staatssekretariat für Wirtschaft SECO (abgerufen am )